Buchrezension *1_Chroniken des Wahns – Blutwerk

Ein weiterer Fantasyroman? Ja! Ein Roman über magische Wesen, eine fantastische Welt und einem Ups-Protagonisten, der ausversehen reinstolpert und plötzlich die Welt rettet? Nein!

Titel: Chroniken des Wahns – Blutwerk
Autor: Michael R. Fletcher
Verlag: Bastei Lübbe
Erscheinungsjahr: 2015
Persönliche Wertung: 5/5

Im breiten Genre Fantasy gibt es mittlerweile gefühlte tausende und abertausende Bücher, die sich um Fabelwesen und Magie, um Drachen, Elfen, Orks, Einhörner und Zauberer drehen. Dieses Buch ist eines dieser abertausenden und gleichzeitig doch auch nichts von diesen eingestaubten Fantasy-Idealen. Und das ist auch gut so!

Ein Blick auf den Klappentext erläutert, was ich so kryptisch von mir gebe:

Nichts für zarte Gemüter…
Wer Drachen, Magie und tapfere Helden sucht, sollte dieses buch wieder weglegen.
Wer harmlose, unblutige Geschichten bevorzugt, sollte erst recht die Finger davonlassen.
Und wer es hasst, wenn Protagonisten das Zeitliche segnen, der sollte es nicht mal mit der Kneifzange anfassen!
Dieser Fantasy-Roman ist hart. Er ist ungewöhnlich. Er ist wahnsinnig spannend! Folgen Sie dem Autor in die Welt der Wahnwirker. Wenn sie sich trauen…

Also wenn DAS nicht schon neugierig macht, weiß ich auch nicht weiter!

Okay, ich gebe zu, anfangs fand ich auch, dass dieser Klappentext einfach nur völlig übertrieben klingt und das Buch vermutlich nicht mal die Hälfte davon hält. Aber dann habe ich der Geschichte eine Chance gegeben und ich war begeistert. Ich bin es sogar immer noch.

Schon in den ersten Kapiteln wird der Leser schonungslos in die verzwickte Storyline hineingeworfen. Der Prolog erläutert das Grundprinzip der Welt: Der Glaube bestimmt die Wirklichkeit. Klingt verwirrend? Ist es auch! Je mehr Charaktere man kennenlernt und desto weiter man in die Welt abtaucht desto mehr Sinn beginnen diese Worte zu ergeben. Nach ein paar Kapiteln hat man einen Aha!-Moment (zumindest hatte ich den nach ein paar Kapiteln) und ab da beginnt man sich wirklich auf die Charaktere und ihre Entwicklung zu konzentrieren. Nun ist es an dieser Stelle äußerst schwierig zu erklären, warum ich dieses Buch so sehr mag ohne zu viel von der Story zu verraten… also konzentrieren wir uns jetzt mal auf alle schönen Details, die nichts spoilern:

  1. Es gibt wirklich keine Drachen! Traurig aber wahr, doch das Buch schafft es ganz ohne geflügelte Echsen den Leser zu fesseln.
  2. Magie ist ebenfalls nicht vorhanden. Wobei man sich an dieser Stelle darum streiten kann, nachdem man den Aha!-Moment bezüglich der Wahnwirker und dem Glauben und der Wirklichkeit hatte..
  3. Tapfere, gutmütige Helden sucht man wirklich vergebens. Allerdings enthalten die 590 Seiten purer Fantasy dennoch sympathische Charaktere, die einem trotz dessen sehr ans Herz wachsen können.
  4. Die Geschichte ist wahrlich alles andere als harmlos und unblutig. Blut und Gewalt gibt es gefühlt in jedem Kapitel.
  5. Die Sterberate der Protagonisten erinnert entfernt an Game of Thrones… für die, an denen dieser Hype vorbei gegangen ist: Es gibt auf den 590 Seiten doch zahlreiche Tote. Von Einzelnen, bis hin zu ganzen Gruppen, die das zeitliche segnen.
  6. Am Ende des Buches findet sich ein Glossar zu den Figuren, sowie den im Buch genannten Wahnklassen zur Erläuterung etwaiger Verwirrungen beim Lesen.

Fazit:

Die Einführung des Klappentextes kann ich also nur bestätigen und jedem, der Fantasy liebt, aber ab und an ein bisschen was Neues fernab von Orks, Elfen, Halblingen und Drachen sucht empfehlen dem Autor in die verrückte und außergewöhnliche Welt der Wahnwirker zu folgen.

Im Englischen gibt es bereits drei Teile, wobei der dritte Teil lediglich in der gleichen Welt spielt, jedoch völlig neue Charaktere vorstellt. Leider ist mir der zweite Teil noch nicht auf Deutsch begegnet, aber ich werde nicht aufgeben zu suchen!

Absolute Leseempfehlung für alle Fantasy-Liebhaber!
Chroniken des Wahns – Blutwerk lässt sich auch als eigenständiges Buch sehr angenehm lesen und bietet eine geschlossene Handlung (das ist bei heutigen Fantasy-Büchern ja fast schon eine Rarität!).

Allerdings haben mich die Story und die faszinierende Idee Der Glaube bestimmt die Wirklichkeit so sehr in ihren Bann gezogen, dass ich unglaublich gern weiterlesen möchte. Wer also, wie ich, auf solche etwas anderen Sachen steht und jetzt Blut geleckt hat, dem kann ich nur empfehlen dieses Buch zur Hand zu nehmen… also lest es einfach selbst! Aber Vorsicht: Die Chroniken des Wahns werden mit Blut geschrieben…

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