Gedankenstürme *14

Once I was seven years old / my mommy told me / go, make yourself some friends or you’ll be lonely…

Ich weiß nicht genau, was ich an diesem Lied in letzter Zeit so gefressen habe. Irgendwie fühlt es sich so… vertraut an. Als würde es mir aus der Seele sprechen. Zwar hat meine Mutter mir als Kind nicht gesagt, dass ich mir Freunde suchen soll, da ich sonst allein wäre, aber ich fühle mir dennoch aus dem Herzen gesprochen.

Als Kind dachte ich immer, Erwachsene hätten ihr Leben im Griff, das würde sie ausmachen. Heute kann man mich selbst wohl irgendwie als Erwachsenen bezeichnen (zumindest fühle ich mich den heutigen Teenagern nicht zugehörig – wobei, den Erwachsenen eigentlich auch nicht.. verdammt), jedoch kann ich meinen unbedarften Gedanken heute nur belächeln, Anbetracht meiner kindlichen Naivität. Die Achterbahnfahrt meines Lebens ist wohl alles andere als klar oder geregelt und gleicht eher einer wechselhaften Abfolge aus wtf- und ftw-Momenten, die von Mahlzeiten und Nickerchen separiert werden. Und ich sitze dazwischen und bin eigentlich fast dauerverwirrt. Manchmal fühlt sich mein Leben gerade deswegen unglaublich perfekt an und manchmal frage ich mich einfach, womit ich eigentlich verwechselt wurde und fühle mich so unglaublich fehl am Platze. Ist es das, was das Erwachsensein ausmacht? Vielleicht will ich auch gar nicht erwachsen sein, sondern bleibe einfach immer ein Kindskopf. Ob das so viel besser ist? Ich glaube, dass schlimmste daran, Erwachsen zu sein ist, dass es niemanden mehr gibt, der dir erklärt wie eigentlich das Leben funktioniert.

Manchmal habe ich das Gefühl, ich sitze in einem Spiel fest und habe aus Versehen das Tutorial übersprungen..

4 Kommentare zu „Gedankenstürme *14

  1. Oh, was spricht mir dieser Text aus der Seele! Besonders dieser eine Satz: „Die Achterbahnfahrt meines Lebens ist wohl alles andere als klar oder geregelt und gleicht eher einer wechselhaften Abfolge aus wtf- und ftw-Momenten, die von Mahlzeiten und Nickerchen separiert werden.“ YES, genau so ist es.
    Ich weiß, dass das immer genau die Antwort ist, die man am wenigsten höre möchte… Aber mir geht es im Moment genauso. Was heißt im Moment, eigentlich seitdem dieses verdammt schön-schrecklich-verwirrend-erleuchtend-wunderbar-furchtbare Jahr angefangen hat. Ich habe so viele Tränen vergossen in den letzten neun Monaten; gleichermaßen aus Freunde und aus Verzweiflung. Ich schwanke permanent zwischen „Das ist eigentlich wunderschön und magisch und ich sollte froh sein, dass mein Leben so ist“ und „Wo soll die ganze Sch**** eigentlich hinführen?!“
    Aber vielleicht ist es das wirklich. Das wird wohl Erwachsenwerden sein.

    Gefällt 1 Person

    1. Du sprichst mir aus der Seele…
      Aber ich muss zugeben, dass mich dieses Hin und Her teilweise ganz schön fertig macht, geht dir das auch so? Das Schlimm ist eben, dass man sich nicht, sie früher an die Eltern oder so, an irgendjemanden wenden kann, wenn die Achterbahn grad ne unerwartete Schleife macht und du das Gefühl hast, der Bügel sitzt nicht richtig oder du rutschst aus dem Sitz..

      Gefällt 1 Person

      1. Kann ich nur unterschreiben… In den letzten Phasen, bevor ich jetzt zwanzig geworden bin, musste ich wirklich erwachsener werden, ohne dass ich es richtig wollte. Es ist einfach passiert, wie ein natürlicher Prozess, dem ich mich nicht entziehen konnte. Sogar auf meinen Musikgeschmack hat sich das ausgewirkt.
        Ich denke, wir müssen alle eigenständig erwachsen werden. Bis zu dem Grad, dass uns selbst unsere Eltern nicht mehr unterstützen können. Wir sind auf uns allein gestellt…

        Gefällt 1 Person

      2. Mein Vater sagt in solchen Momenten gern „jeder stirbt für sich allein“ ^^‘ es wird wohl auch jeder für sich allein erwachsen. Aber ich glaube es ist in unserer Welt dennoch wichtig, sich einen gewissen Grad Kindlichkeit zu bewahren. Ich hatte letztes Wochenende ein faszinierendes Gespräch mit zwei Freunden über Emotionen und das erleben von Gefühlen, in welchem wir auch darauf kamen, wie Kinder Gefühle spüren und (durch)leben und wie anders es bei Erwachsenen ist (teilweise, weil es uns umgewöhnt wird), das war in diesem Zusammenhang auch sehr interessant. Ich glaube, wir dürfen beim Erwachsenwerden nicht vergessen wer und wie wir sind und dass man sich nich vollständig ändern muss, um erwachsen zu sein.

        Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s