#writingFriday Oktober18_01

img_4522

Endlich wieder #writingFriday !

Meine erste writingFriday des Oktobers kommt diesmal sogar pünktlich, ich bin begeistert. Die Themen, die Elizzy uns für diesen Monat gegeben hat, sind so toll, dass es mir schwer viel, mich für eines zu entscheiden. Nach ein wenig hin und her (und etwas Entscheidungshilfe, ich gebs zu) ist es mir dann doch gelungen.

Mein heutiges Thema lautet: Erzähle aus der Sicht eines Vampirs an Halloween.

Von gruselig bis lustig hatte ich mehrere Ideen für dieses Thema, habe mich aber letzten Endes dazu entschieden, mal selbst eine kleine Fan-Fiction zu schreiben. Wer wissen möchte, auf welches (sehr gute!) Original sich meine Geschichte bezieht (also welcher Geschichte ich die sympathischen Charaktere entnommen habe), der schaut bei Bücherbombe vorbei und fragt sie am besten, nach einer Leseprobe. (Ich kann es euch wirklich nur empfehlen. *hust* Schleichwerbung *hust*)

So, genug des Vorgeplänkels!

Viel Spaß beim Lesen.

__________________________________________

Vlad öffnete den Ofen und ein heißer, nach Kürbis duftender Dampf schlug ihm ins Gesicht. Er wand den Kopf etwas nach oben und sog den Duft ein, während er das Blech aus der Röhre zog. Der Kürbis-Anis-Geruch füllte seine kleine Küche und Vlad konnte es kaum erwarten, seine Fangzähne in ein Stück des warmen Blechkuchens zu schlagen. Vorsichtig trug er das Blech durch Küche und Wohnzimmer. An der Balkontür angekommen versuchte er sie zu öffnen ohne, dass ihm der Kuchen aus den Händen rutschte. Er stellte sich dabei etwas tollpatschig an, balancierte das Blech auf der rechten Hand und fummelte erstmal seine Linke aus dem Ofenhandschuh, ehe er endlich die Tür öffnete. Toffi und Fee beobachteten durch ihre halbgeschlossenen Augenlider wie Vlad das Blech auf den kleinen Balkontisch stellte. Der Vampir betrachtete stolz sein Werk und kraulte die beiden Eulen abwechselnd am Kopf. Als er die sich öffnende Wohnungstür hörte, begab sich Vlad wieder ins Wohnzimmer.

„Five“, rief er und begrüßte seinen Freund gewohnt überschwänglich. Five ließ die, seiner Meinung nach viel zu herzliche Umarmung über sich ergehen und warf anschließend seine Tasche neben die Couch auf den Boden. Er sah sich in Vlads Wohnung um. Neben der Eingangstür stand ein kleiner, grauer Plastikgrabstein. Im kleinen Flur hingen überall Plastikspinnen von der Decke und im Wohnzimmer verteilten sich kleine Grablichter und scheinbar selbstgeschnitzte Kürbislaternen. Five fasste sich an den Kopf und seufzte. „Das ist nicht dein Ernst, oder?“

„Gefällt es dir nicht?“, fragte Vlad und machte einen kleinen Schmollmund.

Five sah sich erneut in der kleinen Wohnung um. In jeder Ecke fand er irgendeine kitschige Halloweendekoration. Plastikskelette, Plastikgrabsteine, Plastikkürbise, Plastikspinnen, Plastikgeister. Es sah aus als hätte Vlad einen ganzen Halloweenshop überfallen, oder als würde er demnächst selbst einen eröffnen wollen. Five seufzte erneut und spielte mit der Zunge an seinem Piercing rum. „Is ganz nett“, sagte er und versuchte es ehrlich klingen zu lassen. Es gelang ihm nicht. Er verstand nicht, warum der Vampir von diesem Fest so begeistert war. Vlad grinste über beide Ohren und drapierte ein paar Orangene Sofakissen neu, auf die kleine Geister draufgedruckt waren.

„Trotzdem bin ich dafür, dass wir uns hier verschanzen, die Klingel ausschalten und uns den ganzen Abend Horror- und Splatterfilme reinziehn.“

Während seines Vorschlags setzte Five sich im Schneidersitz auf den Boden und kramte bereits einige DVDs aus seiner Tasche. Halloween, Freitag der 13., Saw und Texas Chainsaw Massacre las Vlad darauf. Er verzog den Mund zu einem kleinen Schmollen, als Five plötzlich den Kopf hob. Seine Nase wackelte leicht, als er seine Haare aus dem Gesicht warf und mehrere kleine Atemzüge nahm. Vlad erinnerte es immer an einen kleinen Welpen, der eine Fährte aufnahm. Five sah Vlad an und zog eine Augenbraue hoch. „Kürbis-Anis?“

„Oma Ester hat mir das Rezept für ihren Halloweenkuchen gegeben“, antwortete Vlad und sah Five verspielt schuldbewusst an. Five verdrehte die Augen und kramte noch weitere DVDs aus seiner Tasche. „Schön, den können wir nebenbei essen.“

Vlad setzte sich auf die Couch. „Eigentlich…“, druckste er herum. „Eigentlich?“, fragte Five skeptisch. Wenn der junge Vampir ihn so ansah, war das meist kein gutes Zeichen, dachte Five. Vlad begann leicht zu grinsen und sah seinen Werwolffreund an. „Eigentlich wollte ich heute gern eine Runde drehen.“

Five verdrehte theatralisch die Augen und stöhnte dabei genervt. „Das ist nicht dein Ernst, oder?“

Vlad sprang auf und gestikulierte aufgeregt. „Doch, natürlich! Halloween ist so ein tolles Fest! Keiner hat Angst vor uns und man kann sich verkleiden und man bekommt eine Unmenge an Süßigkeiten!“

„Dieses Fest ist eine Ansammlung an Vorurteilen!“, protestierte Five und ließ die DVD sinken, die er in den Händen hielt, „Außerdem sind so unglaublich viele Menschen unterwegs. Du willst nicht wirklich da raus gehen?“

Eine Stunde später stand Five in einem weißen Hemd, zurückgegelten Haaren und einem rot-schwarzen Umhang im Wohnzimmer und fluchte leise vor sich hin. „Ich hasse dich dafür, Vlad.“

„Ach komm. Du siehst total gut aus!“, rief Vlad aus dem Badezimmer. Der Vampir war nun schon seit geschlagenen zwanzig Minuten darin beschäftigt und Five hatte kein gutes Gefühl dabei.

„Ich bin ein Werwolf! Kein Vampir!“, er hob die Arme und betrachtete die Puffärmel des Hemds, „Und das ist selbst für einen Vampir entwürdigend.“

Nach weiteren fünf Minuten öffnete Vlad die Badetür einen Spalt. „Bist du bereit?“, fragte er.

„Nun komm schon raus“, seufzte Five genervt und verschränkte die Arme vor der Brust. Er konnte es einfach nicht fassen, dass er sich von seinem Vampirfreund zu so etwas hat überreden lassen.

Plötzlich riss Vlad die Tür auf und sprang auf allen Vieren aus dem Bad in den Flur. Ein tiefes Knurren entstieg seiner Kehle, dann warf er den Kopf in den Nacken und heulte langgezogen.

Five blieb für eine Sekunde die Luft weg. Vlad hatte sich einen Haarreif mit Hundeohren aufgesetzt, seine Haare verstrubbelt und Braun gefärbt, außerdem hatte er sich mit Makeup eine dunkle Hundenase gemalt und trug Handschuhe, die wie Tatzen aussahen. Der Hundeschwanz, den Vlad mit einer Sicherheitsnadel an seinem Gürtel befestigt hatte, gab Five den Rest. Ungewollt prustete er los und verschluckte sich vor Lachen. Vlad stand auf und grinste breit. „Es gefällt dir?“

„Gefallen?“, Five wischte sich ein paar Tränen aus dem Augenwinkel, „Du siehst absolut lächerlich aus! Da ist meine Verkleidung ja glaubhafter. Eigentlich sollte ich beleidigt sein.“

Vlad kicherte und strich sich mit einer Tatze über die Ohren. Five zuckte zusammen, als es plötzlich an der Tür klingelte. Sofort war seine gewohnt abweisende Laune wieder da und er sah Vlad an. „Pssssst, sei leise, dann verschwinden die wieder!“

„Süßes oder Saures!“, hörten sie eine dumpfe Mädchenstimme vor der Tür sagen. Five sah Vlad böse an, als er die Stimme erkannte. „Du elendes…“, murmelte er, weiter kam er nicht, da Vlad schon die Tür aufriss und Takeshi mit einem langgezogenen Jaulen begrüßte. Takeshi, die wohl eine kleine Hexe darstellte umarmte den Vampir und den Werwolf nacheinander. Sie sah die Jungs an und begann zu kichern. „Ihr seht echt süß aus!“

„Danke“, sagte Vlad stolz und spielte mit dem kleinen Halsband, welches Five jetzt erst bemerkte.
„Sag einfach nichts“, knurrte Five und verdrehte erneut die Augen.

Vlad und Takeshi kicherten, dann schnappte sich der junge Vampir eine kleine Tüte, die links neben der Tür stand und griff Five am Ärmel. „Es ist Zeit für Süßes oder Saures“ grinste Vlad und zog den protestierenden Five hinter sich her.

 

5 Kommentare zu „#writingFriday Oktober18_01

  1. Oh wie cool! Ich bin absolut begeistert und überzeugt von diesem kleinen Spin-Off Schrägstrich dieser kleinen Fanfiction zu Antjes Buchuniversum! Du hast ihren Schreibstil und die Charaktere sehr gut aufgegriffen und umgesetzt und für einige Momente des Schmunzelns gesorgt bei mir. 😀

    Gefällt 2 Personen

    1. Aww danke, das freut mich wirklich sehr! ^^ Es hat auch mindestens so viel Spaß gemacht zu schreiben. Ich wollte schon länger ein kleine(s) Spin-Off/Fanfiction zu Antjes Buchuniversum schreiben und freue mich total, dass es jtz mal gepasst hat 😀

      Gefällt 2 Personen

      1. Ich hab gerade nochmal diese Kurzgeschichte gelesen, weil sie einfach so knuffig ist und ich mich sehr geehrt fühle, dass du von meiner Geschichte so inspiriert wurdest. Also falls du nochmal Lust haben solltest, eine Fanfiction darüber zu schreiben – ich warte gespannt! ^_^

        Gefällt 1 Person

  2. Hey Tilly,
    sehr bildhaft und putzig geschrieben. Hatte am Anfang richtig Kürbisgeruch in der Nase.
    Meine Wohnung ist derzeit mit der von Vlad zu vergleichen. XD Aber wie kann man Halloween auch nicht mögen?
    Grüße, Katharina.

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s