Perfektion

Perfektion. Alles wonach wir streben ist Perfektion. In Kunst, Musik, Literatur. Das allgemeine Leben. Der Mensch sucht nach Schönheit, nach Vollkommenheit. Nach Perfektion. Es ist unser Urverlangen. Alles was der Mensch will und braucht. Perfektion. Es ist, was unser Denken und Handeln fesselt, bestimmt und leitet. Wir erhängen uns an Idealen und Vorstellungen, die der eigentlichen Perfektion nicht einmal ansatzweise nahekommen. Denn sie sind von uns geschaffen. All diese Ideen und Bestrebungen des Puren, des Reinen sind nichts anderes als das verzweifelte Konstrukt menschlichen Versagens. Nichts weiter als die Anhäufung peinlich fehlerhafter Versuche das Unfehlbare zu erreichen. Allein der Begriff >Perfektion< ist so unmenschlich menschlich. Es kratzt und juckt auf der Zunge, sein Klang brennt in der Kehle und sein Geschmack ist gefüllt mit der Bitterkeit des Versagens. Ein Produkt unserer menschlichen Beschränktheit, nicht mehr und – überraschenderweise – auch nicht weniger.

Anstatt zu erkennen zu welch Großem wir bestimmt sind, suchen wir uns verzerrte Bilder unserer selbst und führen sie uns im nebligen Schein des Selbstbetrugs als das Vollkommene, Unerreichbare vor. Unterwürfig verneigen wir uns vor dem was außerhalb unserer Vorstellungskraft liegt, ungeachtet dessen, was wir selbst in diesen fremden Weiten erreichen könnten. Unsere Köpfe sind zu beschränkt um zu erkennen, dass wir selbst diese vollkommenen Schöpfungen in unserer geistigen Nebelwand sind. Dass das Unerreichbare doch so erreichbar ist. Doch wir begnügen uns mit der Spitze der Nahrungskette. Als wäre das bereits der höchste Punkt unseres Podests und schauen die nächste Stufe an als wäre es eine Wand. Wir schränken uns selbst in den Grenzen unserer Vorstellungskraft ein und sehen nicht, was wir noch erreichen könnten. Wir nutzen nicht Mal ein Viertel von dem, wozu unser Gehirn im Stande wäre und lassen unsere eigene Vollkommenheit verdorren und verkrüppeln. Wir verstümmeln uns selbst ohne auch nur den Hauch einer Ahnung zu haben.

Oh die Perfektion… Das erhabene Streben nach dem, was uns zu unserer Bestimmung führt. Der Einklang von Formen zum perfekten Körper. Eine reine Melodie, die so kaputt und durchdrungen von Disharmonien zum Spiegelbild der Schönheit heranschwellt. Das Zusammenspiel der Farben. Alle und keine, hell und dunkel, Licht und Schatten. Der Mensch. So menschlich und unmenschlich. So hässlich und wunderschön. So herzensgut und abgrundtief böse. Ohne Ideale und Vorstellungen herangereift zum einzig wahren erhabenen Geschöpf. Die Perfektion…

Sie ist es, die ich zu erreichen vermag. Zu lange haben wir unsere Leben und Zeit verschwendet. Ich werde den Menschen endlich die Perfektion bringen. Ich werde ihnen zu Perfektion verhelfen. Ich werde sie in Einklang mit Formen und Klängen bringen um ihnen die wahre Perfektion des menschlichen Seins begreifbar zu machen.

Ich bin der Künstler, der den Pinsel schwingt. Ich bin der Dirigent, der den Takt bestimmt. Ich bin der Autor, der die Worte wählt. Ich bin der Handwerker, der die Werkzeuge führt. Ich bin Perfektion!

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