#writingFriday Februar19_03

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Und wieder verging eine Woche wie im Flug. Ich bin selbst überrascht, dass ich es diesen Monat schon zum dritten Mal geschafft habe, einen Beitrag zu verfassen!

Was der #writingFriday ist und wie man teilnehmen kann, findet ihr bei der lieben Elizzy. Außerdem könnt ihr hier ihren heutigen Beitrag finden. Wen es interessiert, der kann sich auch meinen ersten oder zweiten Beitrag des Monats noch einmal anschauen. 🙂

Die liebe Nachtwandlerin hat mich mit ihrem heutigen Beitrag dazu inspiriert, heute mal ein Gedicht zu verfassen. Vielleicht könnte ich es auch zu einem Slamtext ausbauen.^^

So, genug des Vorgeplänkels!

Mein heutiges Thema lautet:

Erwin, ein 74 jähriger Senior, entreisst von zu Hause – erzähle von seinem Abenteuer. (Bedenke dabei, er wird nach nur 17 Stunden wieder gefunden und nach Hause gebracht.)

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Wo soll er hin?
Was soll er machen?
Er würde gern mal wieder lachen…
In den Freizeitpark vielleicht?
Ob dafür denn die Zeit auch reicht?
Nicht die seines Lebens, nein
Er muss irgendwann nur wieder heim

Alle werden nach ihm suchen
Den dementen Alten still verfluchen
Der ihnen doch nur Arbeit macht
Und ihnen nicht mal was von Wert vermacht
Nein, er wollte frei heut sein
Ein letztes Mal für sich allein

In den frühsten Morgenstunden
Hatte er den Mut gefunden
Hat sich aus dem Staub gemacht
Soo früh, es war fast noch Nacht
Er hats einfach nicht mehr ausgehalten
Das hinterfotzige Verhalten
Seiner leider Anverwandten
Die nur sein Erbe haben wollten

Er verließ ganz still das Haus
Und machte sich nichts mehr daraus
Das seine Kinder ihn nicht lieben
Er findet schon noch seinen Frieden
Irgendwo da draußen

Er schlendert durch die große Stadt
Hat sein tristes Rentnerleben satt
Er will nochmal richtig feiern gehn
Will hübsche Frauen tanzen sehn
Will leben wie die jungen Leute
Will jung sein nochmal, hier und heute

Seine Freunde, alle tot
Seiner Liebsten Lippen nicht mehr rot
74 Jahre hat er gelebt
Und jetzt haben sie auch ihn für tot erklärt
Haben ihn längst abgeschoben
Das Altenheim schon auserkoren
Und er soll dort sein Dasein fristen
Zuhause schon die Umzugskisten

Traurig seufzt der alte Mann
Weil er doch nicht so weit kam
Nachdem er einen Kaffee trank
Und in Erinnerung versank
Hörte er bekannte Stimmen schrein
„Erwin“ rief sein Töchterlein

Sich zu wehren half ihm nicht
Die Polizei tat ihre Pflicht
Sie sackten ihn im Café ein
Und brachten den Alten wieder heim
Er sprach den Weg kein einzig Wort
Er wünschte still, er könnte fort

Wo soll er hin?
Was soll er machen?
Er würde gern mal wieder lachen…

4 Kommentare zu „#writingFriday Februar19_03

  1. Das geht direkt ins Herz!! T_T Armer Erwin.
    Bei der Schreibaufgabe habe ich irgendwie sofort eine eine Komödie à la „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ gedacht. Umso cooler, dass du was völlig anderes daraus gemacht hast. Ich finde das ist das Spannendste am WritingFriday: Zu sehen, was unterschiedliche Schreiberlinge aus demselben Thema machen 😀

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    1. Dankesehr, das freut mich! ^~^
      Ja, das hatte ich zuerst auch im Kopf, aber irgendwie hat sich das Thema dann im Laufe des Schreibens gewandelt, wie das eben oft so ist 🙂
      Ich finde das auch sehr faszinierend! 😀 Deswegen mache ich so gerne mit und lese mir die anderen Beiträge durch. Das ist manchmal so super faszinierend^^

      Gefällt 1 Person

  2. Ah, ich freue mich sehr, dass ich dich für ein Gedicht inspiriert habe! ❤ Und für so ein schönes, bittersüßes noch dazu!
    Ich bin jedenfalls fest der Meinung, dass du das definitiv auch in einen Slamtext umwandeln kannst. Dann wahrscheinlich noch etwas länger und mit wiederkehrendem Refrain, oder so. c:

    Gefällt 1 Person

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