Gedankenstürme *16

Einatmen. Ausatmen. Einamten. Ausatmen. Aufstehen. Leben. Vor sich hin vegetieren. Hinlegen. Einatmen. Ausatmen. Einatmen. Ausatmen. Einatmen. Aus…

Dieser Moment, wenn ich meine Gedanken nicht mal für einen Gedankensturm sortieren und aufs (virtuelle) Papier bringen kann. Und dabei heißt diese Kategorie schon „Gedankenstürme“ eben weil es unsortierte und ungefilterte Eindrücke und Gedanken sind, die mir durch den Kopf spuken und mir keine Ruhe lassen. Dieser Moment, wenn mir, trotz aller Erfahrung mit jeglicher Wortgewandheit, einfach keine Worte einfallen, um zu beschreiben, was momentan in mir vor geht…

Ich bin glücklich. Aber es fühlt sich an, als würde gerade deswegen mein „literarisches Schaffen“ ins Stocken geraten und der See meiner Seele, aus dem ich dafür bisher zu schöpfen pflegte, ausdörren und zu vertrocknen scheinen. Was mich wieder unglücklich macht. Eigentlich kann ich mich über mein Leben nicht beschweren. Sollte ich mich nicht beschweren. Nicht beschweren können. Ich will mich auch garnich darüber beschweren. Aber… irgendwie habe ich Probleme damit, glücklich zu sein. Manchmal möchte ich einfach in meinem Bett liegen bleiben und soziale Interaktion vermeiden und mich zu einer kleinen, kuschligen Kugel zusammenrollen. Weil es irgendwie seltsam ist, einfach glücklich zu sein. Und weil es irgendwie unangenehm ist, zuzugeben, dadurch unglücklich zu werden. Es ist wie ein Teufelskreis und ich weiß einfach nicht, wie ich aus eben diesem ausbrechen soll…

Alles, was ich momentan tue, sind Hausarbeiten oder WritingFriday oder ich versuche an meiner Geschichte zu arbeiten. Arbeiten. Das ist wohl das Wort, was mich am meisten daran stört. Denn es scheint in Arbeit auszuarten, zu einer Pflicht zu werden, die verlangt erfüllt zu werden.

Wenn ich mal wieder ein Gedicht oder eine Kurzgeschichte schreiben will, kommt dabei einfach nichts zu Stande. Dann sitze ich da und starre auf das weiße, leere Blatt Papier. Das ist wohl die größte Angst eines jeden Künstlers… dass das leere, weiße Blatt leer und weiß bleibt und den Künstler mit seiner Reinheit und Weißheit zu verspotten scheint…

Ich will damit nicht behaupten, dass ich mich für einen Künstler halten würde. Egal ob Schreiben, Zeichnen, Photographie oder jegliche andere künstlerische Betätigung. Ehrlich gesagt glaube ich, dass ich in alle dem nie über den Status „Amateur“ hinauswachsen werde…

Vielleicht habe ich durch meine „Schaffenskrise“ irgendwann einen so miserablen, seelischen Tiefpunkt erreicht, dass ich wieder auf das Papier bluten kann. Bis dahin werde ich das Bad im Selbstmitleid  und dem alltäglichen Trott wohl ertragen müssen und versuchen, nicht darin zu ertrinken, sowie niemanden weiter damit zu belästigen…

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