Gedankenstürme *18

Gestern war ich in Gotha das erste Mal bei einem Konzert von Saltatio Mortis und ich bin begeistert!
Da ich gemeinsam mit drei anderen dort war und ich in meinem Freundeskreis allgemein hin als verrückt gelte, weil ich gerne mal fünf Stunden vor Einlassbeginn da bin, um in der ersten (wahlweise zweiten oder dritten) Reihe stehen zu können, sind wir später rein und haben uns schließlich einen Platz etwa mittig in der Menge erkämpft.
„Erkämpfen“ ist dabei fast buchstäblich das richtige Wort, da wir ausgerechnet in dem Bereich waren, indem sich die unausgelasteten ADHSler wild springend und spackend rumschubsten. Ich habe wahrlich kein Problem damit, ich finde es eigentlich sogar ziemlich lustig. Es gehört in dieser sparte wohl einfach irgendwie dazu und ohne würde doch auch etwas fehlen. Außerdem rechne ich den anwesenden „Tänzern“ hoch an, dass sie stoppen sobald jemand das Gleichgewicht verliert und in der Masse hinfällt. Dann helfen sie demjenigen erstmal hoch, schauen, dass es allen gut geht und keiner verletzt ist und dann spacken und schubsen sie weiter.

Leider gibt es auch Leute, die sich von diesen Individuen dermaßen gestört fühlen (sowie von allen anderen anwesenden Fans, die sich irgendwie bewegen, tanzen, klatschen oder gar atmen), dass sie ihre Aggressionen an allem und jedem auslassen, der sich ihnen auf einen Meter nähert – und es ist auf einem Konzert echt schwer, von jemandem Abstand zu halten! Gestern hatte ich dann unglücklicherweise solche Personen direkt vor mir. Und als ich von den spackenden Wesen geschubst wurde und das gleichgewicht verlor, weswegen ich gegen besagte Personen gestoßen bin, wurde mir von ebendieser mit aller Kraft der Ellenbogen in die Rippen gerammt. Ich war also mal wieder ein Kolleteralschaden…

Ich habe ja für vieles Verständnis, jedoch frage ich mich ernsthaft, was man auf einem Konzert verloren hat, wenn man sich vom restlichen Publikum so gestört fühlt und an einer Stelle stehen bleibt, wie eine angewachsene Salzsäule – dann kann man doch auch gleich daheim bleiben und sich die CDs anhören (und muss die restlichen Menschen nicht nerven).
Genauso denke ich übrigens über Leute, die ernsthaft auf einem Konzert rauchen müssen. Ich habe per se nichts gegen das Rauchen, aber wer es nicht schafft, mal zwei Stunden auf seine Zigaretten zu verzichten, der soll doch bitte vor der Halle warten. Und dabei geht es mir nicht nur um die Verpestung der Luft – die in so einem Moment ja sowieso schon nicht besonders Sauerstoffhaltig ist – sondern vor allem um die Gefahr, sich an der Zigarette eines anderen Fans zu verbrennen.

Aber ich möchte mich bei weitem nicht (nur) beschweren. Das Konzert war ganz wunderbar. Es war eine ausgelassene Stimmung, die Lieder bildeten eine schöne Mischung aus alten und neuen. Erst jetzt ist mir aufgefallen, wie viele gesellschaftskritische Lieder Saltatio Mortis eigentlich haben.
Das Stagediving des Sängers war ebenfalls ein kleines Highlight.

Genauso wie das Ausziehen des Sängers und einiger Fans. Der Sänger ist ja bekannt dafür, früher oder später oberkörperfrei zu performan. Dieser Moment kam beim Lied „Nie wieder Alkohol“ und er animierte auch das Publikum, ein Kleidungsstück auszuziehen. Jedoch muss ich sagen, dass von denen, die sich wirklich entblößt haben, der Sänger wohl der einzige war, der es sich optisch leisten konnte.

Besonders cool war der Publikumschor. Als während der Bühnenvorbereitung eine Playlist lief, hat das gesamte Publikum in „Schrei nach Liebe“ von den Ärzten eingestimmt. Damit wurde das Konzert dann auch eröffnet, denn mit dem letzten Ton ging das Licht aus und die Band betrat die Bühne.

Ich glaube, Saltatio Mortis ist eine Band, zu der ich sehr gerne wieder gehe.

2 Kommentare zu „Gedankenstürme *18

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