Gedankenstürme*19

Ich schaue gerade „Honig im Kopf“. Das letzte Mal so sehr geweint habe ich, glaube ich, als ich „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ gelesen oder „Beim Leben meiner Schwester“ geschaut habe. Vermutlich ist die Altsheimererklärung im Film die schönste und gleichzeitig traurigste Erklärung, die ich jemals hören werde. Der Gedanke, jemanden zu haben, der unter Altsheimer leidet und dann auch noch jemand so verständnislosen, wie die Mutter im Film dazu – der Gedanke tut weh. Es ist nur ein Film. Die Figuren sind nicht echt. Die Schauspieler sprechen Worte, die zuvor zurecht gelegt wurden. Und auch Mimik und Gestig sind einstudiert. Und dennoch berührt es mich. Es berührt mich so sehr, dass es mir im Herzen sticht und ich die Figur des Großvaters einfach umarmen möchte. Dass ich das nicht kann, schmerzt noch mehr. Manchmal hasse ich es, dass Filme oder Worte oder Melodien oder Bilder so sehr berühren und mich zum weinen bringen. Ich mag es nicht, in dieser Form zu leiden, in dieser Form zu intensiv zu fühlen. Und gleichzeitig bin ich dankbar für jedes Mal, weil es mich das Leben spüren lässt und weil es dafür sorgt, dass ich meine Mitmenschen besser verstehe. Manchmal besser, als mir lieb ist.

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