#WritingFriday August19_01

Endlich wieder geschafft: WritingFriday!

Die Themen für August:

  • Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz: “Der Regen brannte auf ihrer Haut, weil…” beginnt.
  • Schreibe aus der Sicht deiner Zimmerpflanze.
  • Erkläre deinem SuB wieso du keine Zeit für ihn hast.
  • Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter ein: Malkasten, Sonnenblumen, hungrig, Orange, Unglück
  • Du entwirfst Postkarten mit Lebensweisheiten darauf, was würde auf einer davon stehen? Lebst du danach?

Den aktuellen Beitrag von der lieben Elizzy findet ihr hier. Und hier die weiteren Regeln und Erklärungen zum mitmachen! Und falls es jemanden interessieren sollte, gibt es hier meinen letzten Beitrag, der jedoch schon wieder eine Weile her ist.

Mein heutiges Thema lautet:

Erkläre deinem SuB (Stapel ungelesener Bücher) wieso du keine Zeit für ihn hast.

Viel Spaß beim Lesen!

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„Ich habe momentan einfach keine Zeit“, seufze ich und lasse mich in meinen Stuhl zurücksinken.

„Was soll das denn bitte heißen?“, beschwert sich SuBi und ich spüre einen brennenden Blick auf meinen Wangen. Ich wage es einfach nicht den Bücherstapel anzusehen, der sich neben meinem Schreibtisch türmt.

„Das heißt, dass ich grade keine Zeit habe. Ich lese wieder, sobald ich welche habe.“ Meine Erklärung klingt vermutlich eher wie eine dumme Ausrede. „Versprochen“, schiebe ich noch schnell hinterher und will mich eigentlich daran machen, meine Hausarbeit weiter zu schreiben, als der Stapel ungelesener Bücher plötzlich zu schreien beginnt. Entnervt halte ich mir die Ohren zu. Nicht schon wieder…

„Bitte!“, flehe ich und sehe ihn nun doch an, „Bitte hör auf damit!“

„Du liebst mich nicht mehr!“, schreit der SuB und fällt dabei in ein unkontrolliertes Weinen. Die Seiten der aufeinandergestapelten Bücher zittern und flattern unter seinem Wimmern.

„Das stimmt nicht, ich liebe dich immer noch. Du bist die Liebe meines Lebens“, schnurre ich und streiche über die Buchrücken, doch er scheint mich völlig zu ignorieren.

„Was ist es? Bin ich dir zu fett?? Oder habe ich plötzlich keinen Humor mehr? Bin ich dir zu trocken geworden? Hatten wir nicht immer wieder viel Spaß? Was ist nur aus uns geworden??“, die von Schluchzern durchbrochenen Fragen sprudeln förmlich aus dem mittlerweile nicht mehr ganz so kleinen Bücherstapel heraus. Ich seufze.

„Was soll ich dir denn jtz antworten? Also… naja… du hast ja schon ganz schön zugenommen..“, beginne ich vorsichtig, werde jedoch sofort mit einem weinerlichen Schreien für meine ungünstige Wortwahl bestraft. Ich halte mir die Ohren zu und betrachte den aufgelösten Bücherstapel.

„Ich kann doch nichts dafür… du bist eben mittlerweile ganz schön dick und hast einige fette Schinken dazwischen…“ Mein fruchtloser Erklärungsversuch geht voll nach hinten los.

„Du KANNST NICHTS dafür?!“, schreit der SuB plötzlich und die Seiten zittern und beben vor Aufregung. „DU musst doch ständig neue Bücher anbringen, obwohl du die alten noch nicht mal ANGERÜHRT hast! DU kannst doch an keinem vermaledeiten Buchladen oder Flohmarktstand vorbei laufen! Du MÄSTEST mich doch regelrecht! Ohne dich KANN ich doch gar nicht abnehmen! Wieder und wieder bebettle ich dich, doch endlich mal wieder etwas von mir zu lesen, aber du rührst mich ja nicht mal mehr an! Du versuchst ja sogar schon, mich nicht mal mehr anzuSEHEN so sehr widere ich dich an!“

Der Bücherstapel hat sich mittlerweile wieder richtig in Rage geredet, wodurch er beginnt unkontrolliert zu beben und zu zittern. Die Seiten der Bücher flattern und langsam droht er umzufallen, sollte er sich nicht bald wieder beruhigen. Schützend verschränke ich meine Arme vor der Brust. Ich hasse es, wenn er mir solche Vorwürfe macht und das weiß SuBi ganz genau. Der SuB geht in seiner Schimpftirade so sehr auf, dass ich ehrlich gesagt absolut keine Idee habe, wie ich ihn jemals wieder beruhigen soll.

„SuB…SuBi…SuBilein…“, versuche ich nach einer Weile erneut ihn zu besänftigen, während ich überlege, was ich noch sagen könnte. „Wirklich, ich verspreche dir, sobald ich mit meinen Hausarbeiten und allem fertig bin, dann habe ich wieder ganz viel Zeit für dich und dann kümmere ich mich wieder um dich und ich bemühe mich auch, keine neuen Bücher zu kaufen, bevor ich die anderen nicht fertig habe.“ – du meine Güte kostet es mich viel Überwindung, DAS zu sagen! – „Ich liebe dich doch.“ Bemüht liebevoll sehe ich den Bücherstapel an und streiche über den Einband des obersten Buchs. Aber es hilft nichts.

„Du lügst doch“, schnieft der SuB und funkelt mich wütend an, „Gib es zu!“

„Was soll ich zugeben?“, frage ich perplex und ziehe eine Augenbraue nach oben.

„Du hast einen anderen! Stimmts?!“, schreit SuBi und fängt wieder an herzzerreißend zu weinen.

„Bitte was?! Also jetzt bist du aber wirklich von allen guten Geistern verlassen! Die paar Schnulzen zwischen den anderen Büchern scheinen dir nicht gut zu tun…“, erwidere ich kopfschüttelnd.

„Du nimmst mich nicht mehr mit ins Bett. Früher haben wir jede Nacht zusammen verbracht. Und heute?!“

„Bitte fang nicht wieder damit an… Ich habe einen Freund, der schläft in meinem Bett. Ich kann nicht zig Bücher mit ins Bett nehmen, dafür habe ich einfach keinen Platz. Das hat überhaupt nichts mit dir zutun. Und im Bett lesen tue ich ja dennoch.“

„Aber keins von meinen Büchern! Wieso nicht? Bin ich dir plötzlich nicht mehr gut genug fürs Bett??“, langsam entwickelt sich die anfängliche Verzweiflung des Bücherstapels zu einem handfesten Tobsuchtsanfall.

„Könntest du BITTE aufhören mir Vorwürfe zu machen?!“ Unbeherrscht springe ich auf und hole die Bücher, die ich aus der Universitätsbibliothek geholt habe. „Die Geschichte des Hellenismus“, lese ich laut vor und werfe das Buch dem SuB vor die Füße. „Alexander der Große“ BAMM – der nächste Wälzer landet krachend auf dem Boden. „The Death of Parmenio“ BAMM „Philipp II. – eine Biographie“ BAMM „Die Verschwörung des Philotas“ BAMM – BAMM – BAMM.

„Glaubst du wirklich, ich lese die zum Spaß?! Ich MUSS die lesen, denn ich brauche sie für meine Hausarbeit und das. Hat. Absolut. Nichts. Mit. Dir. Zutun. Muss ich es dir wirklich so ausbuchstabieren?“

„Wirklich?“, schnieft SuBi, der von den, auf den Boden gefallenen Büchern immer noch zittert.

„Wirklich“, versichere ich, „Ich liebe dich. Du BIST meine große Liebe und das wirst du auch immer sein. Egal was kommt. Egal welche Bücher ich noch für was-auch-immer lesen muss. Du bist und bleibst der einzig wahre und ich werde jedes einzelne deiner Bücher verschlingen – und damit werde ich anfangen, sobald meine Hausarbeiten fertig sind“ – ich lege eine Hand auf meine Brust und hebe die andere in die Luft – „Das schwöre ich!“

6 Kommentare zu „#WritingFriday August19_01

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