#writingFriday Oktober19_01

Es ist Oktober und das bedeutet, dass es Zeit ist für schaurigschöne Geschichten! Und da alles rund um Schauer, Horror, Tod und Verderben zu meinen Lieblingsthemen gehören, freue ich mich wirklich sehr über die Schreibthemen von der lieben Elizzy !

Die Themen für diesen Monat lauten:

  • Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz: “Er wischte sich das Blut von den Händen und…” beginnt.
  • Schreibe aus der Sicht eines Hexenbesens.
  • Wovor fürchtest du dich am meisten? Erzähle uns davon.
  • Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter ein: erdrosselt, vergraben, blutig, Schrei, Blutmond
  • Das Böse herrscht – Egal ob Buch, Film oder Videospiel wer ist dein liebster Bösewicht und wieso? Könnte er auch gute Seiten an sich haben?

Die aktuelle Geschichte von Elizzy findet ihr hier! Und meine letzte #writingFriday ist hier.

Mein heutiges Thema:

Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz: “Er wischte sich das Blut von den Händen und…” beginnt.

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Er wischte sich das Blut von den Händen und atmete tief durch. Sein Herz schlug wie wild in seiner Brust, er spürte es gegen die Knochen hämmern, als würde es nach Draußen wollen. Unruhig wischte er sich die blutverschmierte Hand erneut an seiner Jacke ab. Seine Finger zitterten. Er hätte nicht gedacht, dass dabei so viel Blut fließen würde, aber nun war es wohl zu spät. Mit angehaltenem Atem zog er sich sein Halstuch über Mund und Nase. Nur nicht übergeben. Alles, nur nicht übergeben. Mit totenbleichen Fingern griff er nach der kleinen Klinge, die seine Freundin Jana ihm geschenkt hatte und setzte erneut an.

„Damit geht es am einfachsten. Die schneidet durch Haut wie durch Butter!“, hatte sie ihm dazu gesagt gehabt und ihm noch mit einem „Du schaffst das schon“ auf den Rücken geklopft. Vermutlich hatte sie ihn damit aufmuntern wollen, jedoch ist seine Nervosität bisher nur angestiegen. Schließlich hatte er so etwas noch nie gemacht. Und wie sollte er es erklären, falls er erwischt werden sollte?

„Wenn dus gut machst, wirst du nicht erwischt“, hatte Jana mit einem Augenzwinkern erklärt, doch wirklich beruhigt hatte sie ihn nicht.

Aber nun war es sowieso zu spät. Er starrte auf den dünnen Arm, der auf dem abgeblätterten Tisch lag und schluckte schwer. Jetzt musste er es durchziehen. Also zog er die Klinge, die er bisher auf der Haut hatte liegen lassen, durch. Er dachte dabei an Jana. Wie sie ihr langes dunkles Haar nach hinten warf. Wie sie mit den Augen klimperte. Wie er das hier für sie tat. Und es wärmte ihm das pochende Herz. Wieder floss das Blut über seine Finger. Es war warm und etwas klebrig und es roch so sehr nach Metall. Er hasste diesen Geruch und das Gefühl hasste er auch. Es war zu warm, zu lebendig. Wieder wischte er sich die Hände an seiner Jacke ab, doch es half nicht. Seine Hände und seine Jacke waren blutverschmiert. Er fluchte leise, ging eine Runde um den Tisch und legte die Stirn für einen Moment gegen die Wand. Tränen standen in seinen Augen und liefen langsam seine Wangen hinab. Wieder fluchte er.

„Es ist nicht schwer. Du setzt die Klinge an und ziehst durch. So tief du kannst.“ Er hörte noch immer Janas Stimme von den Wänden widerhallen. Doch es kam ihm nicht so einfach vor einen Menschen zu töten, wie sie es beschrieben hatte. Die Worte waren so schnell und einfach aus ihrem Mund gekommen, das Blut hingegen sickerte nur langsam und widerwillig aus den Schnitten. Es war, als würde es sich weigern seine gewohnten Bahnen zu verlassen. Aber er musste es zu Ende bringen. Er konnte nicht einfach mittendrin aufhören. Wie sollte er das denn dann erklären? Alle wären enttäuscht von ihm und allen voran Jana. Er hatte es ihr doch versprochen.

Schluchzend seufzte er. Das Blut lief in viel zu warmen Rinnsalen seinen Arm hinunter und tropfte auf den Boden. Konnte es denn wirklich so schwer sein, sich umzubringen…

 

11 Kommentare zu „#writingFriday Oktober19_01

  1. Hallo lonelyThought

    ich bin danks Elizzys Kommentier Wochenende hier gelandet. Und Wow… Eine wirklich tolle Geschichte, oder erstes Kapitel. Wie auch immer. Überraschender Schluss, ich hab mit einigem gerechnet aber mit dem nicht.

    Viel Spass weiterhin mit dieser Aktion und beim schreiben 😉 Man merkt das es dir Spass macht.

    Lass dir nun gerne herzliche Neujahrsgrüsse hier und bis bald.
    Alexandra

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    1. Hallo Alexandra!

      Es freut mich sehr, dass du hier gelandet bist und dir die Geschichte gefällt 😊

      Vielen Dank für deine lieben Worte! Wenn ich heute Abend Zeit habe, schaue ich auch gerne mal bei dir vorbei 😉

      Liebe Neujahrsgrüße zurück!
      ~Tilly

      Gefällt 1 Person

  2. Lieber Tilly, schön hast du eine Writing Friday Geschichte verlinkt, die habe ich tatsächlich damals verpasst! Ich war gerade echt gefesselt von deiner Geschichte und hätte mit allem gerechnet aber nicht damit! Wollte Jana tatsächlich, dass er sich das selber antat!? Wie unheimlich ist die denn drauf?! Ich finde es toll, dass du bis zum Ende damit gewartet hast und so die Spannung richtig gut halten konntest! Ich freue mich schon sehr auf mehr Geschichten in diesem Jahr von dir!

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    1. Hallo Elizzy 🙂

      Danke für die lieben Worte, das freut mich wirklich sehr! Ich kann es auch kaum erwarten, wieder neue Geschichten für die WritingFriday zu schreiben (wirklich, ich liebe diese Aktion von dir!)^^

      Ganz liebe Grüße,
      ~Tilly

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    1. Hallo 🙂 Dankesehr! Es freut mich wirklich riesig, dass ich es geschafft habe, dass dieser Eindruck ensteht. Irgendwie hatte sich die Idee beim Schreiben einfach so ergeben gehabt^^

      Liebe Grüße,
      ~Tilly

      Gefällt 1 Person

    1. Hallo liebe Ümi!

      Dankesehr für die lieben Worte 🙂 Ja, ich würde mich sehr freuen, wenn du beim WritingFriday wieder einsteigen würdest! Das schönste an dieser Aktion ist für mich nämlich zu sehen, wie unterschiedlich die WritingPrompts von den Autoren umgesetzt werden^^

      Liebe Grüße
      ~Tilly

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  3. Oh wow!
    Das ist eine tolle Geschichte. Und eine ziemlich harte.
    Ich mag es, wie du mit der Spannung spielst, sodass es anfangs so wirkt, als würde er jemand anderen umbringen, obwohl es die ganze Zeit um ihn selbst geht. Ich hab es dann zwar schon geahnt, aber der letzte Satz hat mich trotzdem getroffen.
    Liebste Grüße, Kate

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    1. Hallo Kate!

      Dankesehr 🙂 Es hatte sich irgendwie druch Zufall ergeben, dass ich anfangs immer drumherum geschrieben habe, wer sein Opfer ist und irgendwie hatte sich daraus diese Zeideutigkeit ergeben. Das hatte mir unglaublich gefallen, daher hatte ich sie etwas weitergesponnen, wollte sie am Ende aber auch gerne einfach auflösen ^^

      LG
      ~Tilly

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