#writingFriday Februar22_02

Und wieder ist eine Woche rum und wieder gibt es einen neuen Beitrag zum WritingFriday von Elizzy!

Die Themen für Februar sind:

  • Lotte wacht auf und weiss nicht wo sie ist. Um sie herum ist alles dunkel und kalt. Sie hört leise Stimmen über ihr… – erzähle die Geschichte weiter.
  • Was ist deine Stärke? Kann dies auch zu einer Schwäche für dich werden?
  • Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Er blieb stehen und schaute nochmal zurück, doch…“ beginnt.
  • Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfliessen: Quacksalber, Horizont, Vergangenheit, zügig, Morgentau
  • Welches Buch / Welcher Film erhält deiner Meinung nach viel zu wenig Aufmerksamkeit? Wieso magst du es / ihn so sehr?

Mein heutiges Thema:

Lotte wacht auf und weiss nicht wo sie ist. Um sie herum ist alles dunkel und kalt. Sie hört leise Stimmen über ihr… – erzähle die Geschichte weiter.

Viel Spaß beim Lesen!


Lotte wacht auf und weiß nicht, wo sie ist. Um sie herum ist alles dunkel und kalt. Sie hört leise Stimmen über sich, doch sie kann nicht verstehen, was sie sagen. Sie flüstern, sie tuscheln, sie wispern. Ihr Klang ist wie ein Windhauch, den Lotte sacht und kalt über ihre Wange streichen spürt. Sie schaut nach oben, doch sie kann nichts sehen. Ihr Kopf dreht sich nach links. Nichts. Dann nach rechts. Nichts. Alles dunkel. Alles schwarz. Ist sie blind? Mit einer Hand wischt sie sich über ihre Augen, doch sie kann nicht die kleinste Veränderung wahrnehmen. Sie blinzelt. Ihre Augen öffnen und schließen sich. Langsam. Schnell. Nichts. Kein Flimmern. Kein Schemen. Nur reinstes Schwarz. Sie blinzelt. Und blinzelt. Irgendwann weiß sie nicht mehr, ob ihre Augen offen oder zu sind. Sie kann keinen Unterschied ausmachen. Die Stimmen über ihr sprechen. Sie sprechen miteinander. Übereinander. Ineinander. Alles, was Lotte hört, ist sprechen. Ohne Sinn. Ohne Inhalt. Die Stimmen gehen ineinander über, überlagern sich und schaukeln sich gegenseitig hoch, nur um gleich wieder abzuflachen. Lotte hält sich die Ohren zu, um einen Moment Stille zu haben, doch die Stimmen dringen durch ihre Hände hindurch, winden sich durch ihre Gehörgänge, lassen ihr Trommelfell vibrieren und bohren sich in ihr Gehirn wie Eispickel. Sie schüttelt den Kopf. Doch auch das hilft nicht. Im Gegenteil, sie schüttelt ihren Kopf und anstatt die Stimmen damit hinauszuverbannen, leidet ihr Gleichgewichtssinn darunter. Benommen fällt Lotte zu Boden. Unter ihren Fingern spürt sie kalten, flachen Stein. Sie tastet sich vorwärts. Millimeter für Millimeter. Ihre Hände wandern über den Boden, sie rutscht auf den Knien voran. Ab und an hebt sie eine Hand, um die Dunkelheit vor sich nach einer Wand, einer Tür, nach irgendwas abzutasten. Doch sie greift immer wieder ins Leere. Manchmal strauchelt sie und fällt vorn über. Mit den Stimmen im Ohr krabbelt sie über den Boden. Immer weiter. Immer geradeaus. Oder im Kreis? Hat sie einen Links- oder Rechtsdrall? Sie weiß es nicht. Sich zu orientieren, ist unmöglich. Unsicher schnieft Lotte. Sie spürt den Rotz in ihrer Nase, doch sie kann ihren eigenen Seufzer nicht hören. Die Stimmen schwellen an. Es ist schon längst kein Flüstern mehr. Der Windhauch ist zu einem Sturm herangewachsen. Ein Orkan. Sie schreien. Worte, Silben. Langgezogen und schrill. Unverständlich und unbedeutend. Lotte kann keine Sprache verstehen. Keine Worte erkennen. Nichts kommt ihr vertraut vor. Sie weiß nicht, was die Stimmen sagen. Weiß nicht, was sie von ihr wollen. Oder ob sie überhaupt etwas von ihr wollen oder sich nicht gegenseitig meinen. Zitternd rollt sich Lotte auf dem Boden zusammen. Ihre Augen blinzeln. Schnell. Langsam. Nichts. Kein Flimmern. Kein Schemen. Nur reinstes Schwarz. Sie blinzelt. Doch sie weiß nicht mehr, ob ihre Augen offen oder geschlossen sind. Sie streichelt den Stein. Das Einzige, das ihr Halt gibt. Das ihr ein Gefühl gibt. Das ihr ein Stückchen Realität schenkt. Lotte wacht auf und weiß nicht, wo sie ist. Um sie herum ist alles dunkel und kalt.

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